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Stadtgespräch

(29.06.2013)

Vorbereitung auf die Schule - was heißt das heute?

Der Beginn der Schulzeit ist für Kinder immer ein großer Schritt vorwärts. Um die „Großen“ im Kindergarten auf den neuen Lebensabschnitt vorzubereiten, gibt es das so genannte Brückenjahr. Was in einem Modellprojekt des Landes Niedersachsen in einer Reihe von Kindergärten und Grundschulen finanziell unterstützt wurde und wird, organisieren andere auch mit Elternhilfe – aus eigener Kraft und in vielen ehrenamtlichen Stunden. Welche Aktionen gibt es da? Und wie erleben Kinder (und ihre Eltern) das Gefühl, auf der „Brücke“ zur Schulzeit zu stehen? Cailin bewahrt ihren Schmuck im Schulmäppchen auf … aber spätestens am 10. August wird die Sechsjährige ihr Mäppchen für andere Dinge nutzen: Es ist so pink-kariert und mit Pferdebildern geschmückt wie die neue Schultasche, die sie sich vor kurzem selbst aussuchen durfte. Geritten ist Cailin Unland (6) noch nicht so oft, aber sie schwärmt von Pferden und stübert momentan am liebsten in ihrem Buch „Emily, Lara und das allerliebste Pony der Welt“. Dort sind viele Wörter durch Bilder ersetzt, aber wenn die kleine Bad Iburgerin in die Schule geht, will sie bald richtig lesen lernen. Gerechnet hat sie schon einmal mit den „Sternenkids“, und das hat ihr Spaß gemacht, wie sie versichert. Die „Sternenkids“ sind die zehn Vorschulkinderin der Kindertagesstätte St. Nikolaus: Seit Beginn des letzten Kindergartenjahres haben sie sich jeden Mittwochmorgen getroffen und sich auf ihre künftige Schulzeit vorbereitet. Zusammen mit Erzieherinnen und Lehrerinnen der Grundschule am Hagenberg haben sie gebastelt und gemalt, auf Instrumenten gespielt, die Bücherei und natürlich auch die Schule besucht. Einmal haben sich die „Sternenkids“ auch mit den Vorschulkindern des DRK-Kindergartens zu einer Spiel- und Sportstunde in der Schulturnhalle getroffen, ein anderes Mal genossen die Kinder einen gemeinsamen Waldtag. „Mittags hatten sich viele schon angefreundet“, erzählt Lydia Gerhardt, Erzieherin am DRK-Kindergarten und Koordinatorin der sogenannten „Brückenjahrs-Aktionen“. Zusammen mit Lehrerin Andrea Rolefs von der Grundschule am Hagenberg hat sie auch für die 30 (!) Vorschulkinder des DRK-Kindergartens ein wöchentliches Programm erarbeitet. „Dabei haben wir die Kinderwünsche natürlich auch berücksichtigt“, erklärt Lydia Gerhardt, die hier bereits seit 2007 erste Ansprechpartnerin für das Brückenjahr ist. Für zwei Jahre wurde der Kindergarten in das Landesprogramm aufgenommen, das den Übergang zur Schulzeit erleichtern soll. Der Erfolg bewog die Eltern nach Beendigung des Projekts, an die Stadt heranzutreten und um Unterstützung für weitere Maßnahmen zu erhalten. Der Rat hatte ein Einsehen und finanziert nun einen Teil des Brückenjahrprogramms - und die Güte der Aktionen bewog schon Chöre, Ensembles und Vereine, zwecks Weiterführung kräftig beim geneigten Publikum dafür zu sammeln. So können die Kleinen schrittweise an ihren neuen Lebensabschnitt herangeführt werden. Aber auch die Schulkinder lernen, sich um die Neulinge zu kümmern. Neben gemeinsamen Aktionen wie z. B. Experimentieren, Kochen oder Schnupperunterricht schlüpfen die Schulkinder in die Rolle von Paten: Vor wenigen Tagen haben sie „ihrem“ I-Männchen einen Brief geschrieben und darin versprochen, bei allem zu helfen, was vielleicht doch noch nicht so bekannt ist. Cailins Patinnen heißen Emily und Sarah. Sie haben ihr farbenfrohe Briefe geschrieben, die sie stolz zeigt. Ihre Eltern Alexandra und Jens Unland wünschen sich für Kjell, den dreijährigen, kleinen Bruder von Cailin, ebenfalls die Möglichkeit, vor seiner Schulzeit ein Brückenjahr durchlaufen zu können. „Ich habe die Einschulung damals als Einschnitt erlebt, weil alles doch sehr fremd war“,erinnert sich Alexandra Unland. Cailin wird es nicht so gehen – und dem kleinen Kjell hoffentlich in drei Jahren auch nicht.

Im DRK-Kindergarten „Kneippzwerge“ gibt es in Kooperation mit der Grundschule am Hagenberg wöchentlich ein Extra-Programm für Vorschulkinder. Dieses Brückenjahrs-Programm kommt hier ebenso gut an wie im St. Nikolaus-Kindergarten, den Cailin Unland besucht. Heute sind die Grundschüler zu Besuch im Kindergarten: Lehrerin Andrea Rolefs (hinten l.) und Erzieherin Lydia Gerhardt (hinten, Mitte) machen mit allen Kindern in der KiTa-Turnhalle ein Konzentrationsspiel.

Schullogo

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