Navigation



Neue Osnabrücker Zeitung

(18.11.2013)

Bad Iburger Grundschüler schreiben eigenes Buch
„Wir Kinder vom Hagenberg“: 512 Seiten voller Träume, Gefühle und Hoffnungen

pep BAD IBURG. „Zur Schule geh ich gerne hin, das liegt an meiner Lehrerin, aber nicht nur an ihr, auch an dir und dir und dir“, trug die neunjährige Hanna eines ihrer selbst verfassten Gedichte vor und wies dabei in die große Runde. Alle 165 Schüler der Grundschule am Hagenberg, ihre Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde hatten sich in der Aula des Gymnasiums versammelt, um einer Buchpremiere beizuwohnen. Nach intensiven Erzähl- und Schreib-Projekttagen im September, die sich um das Thema „Kindheit – gestern, heute und morgen“ drehten, präsentierte Schulleiterin Sophie Seestern-Pauly nun deren sichtbares Ergebnis: ein 512 Seiten starkes Buch mit dem Titel „Wir Kinder vom Hagenberg – was wir machen, können, träumen, fühlen, hoffen!“


Rot, dick und selbst geschrieben: Schulleiterin Sophie Seestern-Pauly präsentierte das von den Schülern verfasste Buch „Wir Kinder vom Hagenberg“. Foto: Michael Gründel

Viel Unterstützung
Mit Kindern, von denen manche noch kaum lesen und schreiben können, ein Buch zu verfassen, sei durchaus nicht abwegig, erklärte die Schulleiterin. Der Erfolg überzeuge. Am ersten Projekttag hatten prominente Bad Iburger, darunter Bürgermeister Drago Jurak, Polizisten und Feuerwehrmänner, von ihrer eigenen Kindheit berichtet und sich den Fragen der Kinder gestellt. Am darauf folgenden Schreibtag setzten die Kinder ihre Eindrücke um und ergänzten sie um eigene Erfahrungen und Zukunftsvisionen. Am dritten Tag wurde vorgelesen und besprochen. Schreibpaten aus weiterführenden Schulen unterstützten die Erstklässler. „Eltern und Lehrer durften nicht ohne Erlaubnis ins Autorenheft der Kinder schauen, es gab keine Noten, und die Auswahl der zu veröffentlichenden Texte übernahm das Verlagsteam“, erklärte See stern-Pauly das Verfahren.
„Anfangs hatten wir 1700 Seiten mit tollen Gedichten und Erzählungen; daraus auszuwählen war nicht leicht“, bestätigte Alfred Bängen vom Geest-Verlag bei der Buchpremiere am Donnerstag. Aber es gelang, jeden Schüler mit mehreren eigenen Texten in dem Buch zu berücksichtigen, und auch viele Eltern und alle Lehrer haben Beiträge geliefert.
Den Eltern empfahl der Verleger, insbesondere das Kapitel über die Familie genau zu lesen, in dem die Kinder ihre Wünsche nach Geborgenheit und gemeinsam verbrachter Zeit in „unglaublicher Intensität“ zum Ausdruck brachten.
Exemplare sind an der Hagenbergschule oder im Buchhandel zum Preis von 12 Euro erhältlich.


Schullogo

Schullogo