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Neue Osnabrücker Zeitung

(04.01.2008)

Gemeinsam Kinder stark machen
Erste gemeinsame Fortbildung für Kindergärten, Grundschulen und Eltern

sp BAD IBURG. Starke Kinder werden zu starken Erwachsenen. Die Grundlagen dafür werden schon in der frühen Kindheit geschaffen, darum ist es so wichtig, dass Eltern, Kindergärten und Grundschulen zusammenarbeiten, um eine optimale frühkindliche Förderung zu gewährleisten.
Deshalb trafen sich auf Einladung der Schulleiterin der Grundschule Am Hagenberg, Steffi Baalmann, Erzieherinnen des DRK- und des Nikolauskindergartens, Grundschullehrer und Elternvertreter zur ersten gemeinsamen Fortbildung.
Zum Thema "Resilienzverfahren - Chance für Kindergarten und Schule" brachte Dr. Ekkehard Ossowski, Schulpädagoge und Spezialist an der Universität Osnabrück für die Pädagogik der frühen Kindheit, die Teilnehmer auf den neuesten Stand der Forschung. Resilienz bedeutet Widerstandskraft. "Die Frage, die uns beschäftigt, ist: Wie kann man Kinder stärk machen, um mit Problemen wie schulischem Leistungsdruck, Scheidung der Eltern oder Armut fertig zu werden?", so Ossowski. "Das bedeutet, dass Kinder schon früh lernen, dass man auch mal etwas aushalten können muss, wenn es nicht klappt."
Dafür sei es wichtig, dass Eltern, Kindergärten und Grundschulen zusammenarbeteten, da alle an der Erziehung eines Kindes Beteiligten aufeinander aufbauen sollten, da sich vor allem die Umwelt der Kinder stark verändert habe. "Es gibt viel mehr Möglichkeiten, aber auch mehr Risiken", so der Experte, "so dass man von riskanter werdenden Chancen sprechen kann."
Sowohl den Kindergärten als auch den Grundschulen müsste noch stärker bewusst sein, dass sie nicht nur einen Bildungs-, sondern eben auch einen Erziehungsauftrag haben.
Und dessen Ziel müsse sein, mit allen Mitteln das Selbstwertgefühl des einzelnen Kindes zu stärken, denn nur so könne man lernen, erfolgreich Ängsten und Problemen entgegenzutreten, eine Widerstandskraft, die bis ins hohe Alter ihre Wirkung zeigen kann. grundsätzlich haben Kinder diese Kraft in sich. Wenn es um die individuelle Förderung gehe, dürfe man nicht wie bisher nur nach Defiziten suchen, sondern gezielt erprobte Fördermaßnahmen einsetzen. Das Resilienzverfahren, welches jetzt von der Universität angesichts des neuen Schuleintrittsalters in der Praxis erprobt wird in Zusammenarbeit mit Grundschulen, führt bekannte Fördermaßnahmen, die in anderen Zusammenhängen entwickelt wurden, zusammen und konzipiert neue.
Das Kind soll wissen "Ich habe..., Ich bin..., Ich kann...", denn Kinder, die sich ihrer selbst und ihrer Fähigkeiten bewusst sind, steuern ihre Erziehung teilweise selbst. Das Netzwerk, das sich aus Eltern, Erziehern und Lehrern bildet, gibt ihnen die nötige Kraft und Schutz in kritischen Situationen, in denen sie ihre Resilienz ausprobieren können und müssen. "Da ist der Lehrer dann auch mal Berater und Therapeut", so Ossowski.
Mit der ersten gemeinsamen Fortbildung ist vielleicht der Grundstein für eine solche Zusammenarbeit im Sinne der Iburger Kinder gelegt.


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